Herzklopfen
Atmen. Ich spüre meinen Herzschlag. Es beruhigt mich und gleichzeitig bringt es mich auf. Ich spüre nichts. Es ist leer. War da nicht mal etwas? Wo ist meine Wärme? Wo ist meine Liebe hin?
Mein Herz ist vergraben. Wie konnte es soweit kommen. Ich muss es öffnen – mir zuliebe und für die Welt. Atmen. Den Bauch weich werden lassen. Entspannen. Schaffe ich es?
Ich bekomme Angst. Es baut sich ein Druck in mir auf. Und dann denke ich an all das Gute in meinem Leben, auf der Welt. So viele schöne Augenblicke und so viele unvergessliche Momente. Ich atme.
Mein Herz klopft. Ein sanftes Klopfen. Ich habe es eingegraben, um mich zu schützen. Um all den Schmerz, all meine Enttäuschungen und das ganze Schlechte auf der Welt nicht fühlen zu müssen.
Jetzt atme ich tiefer. Mein Herzschlag wird ruhiger. Ich fühle, wie mein Herz wieder lebendig wird. Ich fühle wieder. Gutes und Schlechtes. Freude und Schmerzen. Dankbarkeit und Enttäuschung.
Überwältigend? Vielleicht. Ich lasse es wieder zu, dass ich fühle. Ich brauche nichts zu verteufeln, nichts zu vergolden. Ich darf fühlen, weil ich es kann, weil ich ein Mensch bin, eine Frau.
Die Flut ebbt ab. Die Impulse werden schwächer. Die Gefühle weniger dramatisch. Ich fühle meinen Körper, mein Herz, meinen Atem. Ein sanftes Wohlgefühl durchströmt meinen Körper.
Ich kann wieder fühlen. Mein Herz ist offen. Ich bin weich, ich bin ruhig, aber nicht schwach. Denn mein Herz ist offen – was offen ist, kann nicht durchbrochen werden.
Einen Kommentar schreiben